26.10.2020

Finger weg vom Bambusbecher?

Mehrwegbecher aus Bambus sind nicht nur schick, sie gelten auch als nachhaltig und umweltschonend. Kaffeetrinker nutzen sie deshalb immer häufiger als Alternative zu Einmalbechern. Doch die Stiftung Warentest äußert jetzt Bedenken.... [ mehr lesen ]

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26.10.2020

Finger weg vom Bambusbecher?

Mehrwegbecher aus Bambus sind nicht nur schick, sie gelten auch als nachhaltig und umweltschonend. Kaffeetrinker nutzen sie deshalb immer häufiger als Alternative zu Einmalbechern. Doch die Stiftung Warentest äußert jetzt Bedenken.

40 000 Tonnen Kaffee-Becher-Müll im Jahr

Rund 2,8 Milliarden Einwegbecher verbrauchen die Deutschen im Jahr. Das sind 40 000 Tonnen Müll, die auf Straßen und in der Natur landen, rechnet die Stiftung Warentest vor. Eine gute Alternative für Kaffeeliebhaber sind deshalb Mehrwegbecher. Und die gibt es von bunt und lustig bis edel in den vielfältigsten Designs aus dem beliebten Naturstoff Bambus.

Schadstoffe statt Natur pur

Doch Kaffeetrinker erweisen weder sich noch der Umwelt einen Dienst, wenn sie zu den Bambus-Mehrweg-Bechern greifen. 12 Becher hat die Stiftung Warentest untersucht – und konnte in allen Bechern neben dem Naturstoff Bambus auch Melaminharz nachweisen. Melaminharz befindet sich auch in Kindergeschirr und Küchenutensilien und ist zunächst nicht gefährlich. Wird es jedoch auf Temperaturen über 70°C erhitzt, lösen sich Formaldehyd und Melamin aus dem Material. Auf diese Weise gelangen die Schadstoffe auch im Kaffee, wenn man das heiße Gebräu in die melaminharzbelasteten Bambusbecher füllt.

In 4 der 12 getesteten Becher war dies bereits nach der dritten Befüllung mit 70°C heißer, Kaffee-imitierender Flüssigkeit der Fall, in 3 weiteren nach sieben Befüllungen. Das ist bedenklich, denn sowohl Melamin als auch Formaldehyd gelten als potenziell gesundheitsschädlich: Melamin soll Blasen- und Nierenerkrankungen verursachen, Formaldehyd reizt Augen und Haut und gilt zudem als krebserregend.

Gibt´s eine Mehrweg-Alternative?

Doch nicht nur gesundheitliche Schäden drohen laut Stiftung Warentest. Die Bambusbecher sind aufgrund des Melaminharzes nicht biologisch abbaubar. Die Becher verrotten also nicht, sie müssen verbrannt werden, monieren die Tester. Wer umweltschonend und schadstofffrei trinken will, greift besser auf den guten alten Metallbecher zurück, rät die Stiftung Warentest. Ab der 50. Verwendung sei dieser als nachhaltig anzusehen – vorausgesetzt, man spült ihn umweltschonend in der Spülmaschine.

Quelle: Stiftung Warentest

24.10.2020

Gesundbaden in der heimischen Wanne

Baden tut Seele und Körper gut — das wussten schon die alten Römer. Doch leider ist nicht Jedem der regelmäßige Gang in die Therme vergönnt. Gut, wer eine eigene Wanne hat. Denn auch im heimischen Badezimmer lässt sich gegen so manche Beschwerden anbaden. Ob mit purem Wasser, Salz oder Moor, Badezusätzen oder Strom: Lesen Sie in unserem Ratgeber, wie Wanne und Waschbecken die Gesundheit fördern können.... [ mehr lesen ]

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24.10.2020

Gesundbaden in der heimischen Wanne

Baden tut Seele und Körper gut — das wussten schon die alten Römer. Doch leider ist nicht Jedem der regelmäßige Gang in die Therme vergönnt. Gut, wer eine eigene Wanne hat. Denn auch im heimischen Badezimmer lässt sich gegen so manche Beschwerden anbaden. Ob mit purem Wasser, Salz oder Moor, Badezusätzen oder Strom: Lesen Sie in unserem Ratgeber, wie Wanne und Waschbecken die Gesundheit fördern können.

Wasser ist zum Baden da

Schon Wasser allein ist für gesundheitsfördernde Anwendungen wie gemacht. Und dabei ist in vielen Fällen nicht einmal eine Badewanne erforderlich: Kännchen, Schüsseln oder Eimer reichen vollauf. Ob Schlafstörungen, Müdigkeit oder schwere Beine, es lohnt sich, die Wasserbehandlungen einmal auszuprobieren.

  • Wechselbad. Wer ständig unter kalten Füßen leidet, Krampfadern hat oder einfach nur Durchblutung und Immunsystem stärken möchte, sollte regelmäßig Wechselbäder machen. Dazu taucht man die Füße abwechselnd je 20 Sekunden lang in 36 bis 38 ° warmes und 12 bis 20° kaltes Wasser. Das Wechselspiel ist zwei bis dreimal zu wiederholen, aufgehört wird mit dem kalten Fußbad. Wichtig: Für Menschen mit Gefäßerkrankung wie z. B. dem Raynaud-Syndrom oder Thrombosen sind solche Wechselbäder nicht geeignet.
  • Armbad. Das Armbad empfahl schon der berühmte Hydrotherapeut Sebastian Kneipp zur Belebung. Es ist ebenfalls ganz einfach: Abwechselnd für je 30 Sekunden den rechten und den linken Arm in ein Waschbecken mit kaltem Leitungswassser tauchen und schon ist man wieder munter.
  • Gesichtsbad. Auch das Gesichtsbad hilft bei Müdigkeit, Erschöpfung und manchmal sogar bei Kopfschmerzen. Dazu gießt man mit sanftem Strahl aus einem Kännchen oder einem Schlauch kühles Wasser über das Gesicht, zunächst an der rechten Schläfe, dann kreisförmig um das Gesicht herum bis zur Stirn.
  • Kniegüsse. Venenprobleme? Dann empfehlen Badeärzt*innen gerne venenstärkende Kniegüsse. Dabei führt man einen druckarmen Strahl über die Zehen des rechten Fußes, dreimal über den Fußrücken bis eine Handbreit über die Kniekehle und dann innen am Unterschenkel zurück zum Fuß. Das Gleiche wird am linken Bein wiederholt. Danach das Wasser abstreifen und das Bein an der Luft trocknen lassen.

Wohltuend und pflegend: Das Fußbad

Warme Fußbäder beleben nach einem anstrengenden Tag auf den Beinen. Regelmäßig abends angewendet, helfen sie so manchem auch beim Einschlafen. Zusätzlich haben Fußbäder einen pflegenden Effekt, weil sie etwa durch die Zugabe von Harnstoff (zum Beispiel Urea 15% helfen, die Haut auch nach dem Bad feucht zu halten. Zudem erleichtern sie eine anschließende Fußpflege, weil sie die Hornhaut aufweichen. Dieser Effekt wird unterstützt durch Produkte wie Efasit Classic Vital Fußbad, Alkileine® Fußbadesalz oder Allgäuer Latschenkiefer® Hornhaut reduzierendes Fußbad.

Tipp: Wer nach jedem Fußbad vorsichtig die Hornhaut mit Fußhobel oder Bimsstein entfernt, entwickelt seltener unangenehme Druckschwielen oder Hühneraugen an den Füßen.

Das Vollbad

Ein warmes Wannenbad ist für die meisten Menschen ein Genuss. Dennoch ist es nicht für alle geeignet: schon bei 36°C belastet ein Vollbad den Organismus. Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Thrombosen sollten das Baden deshalb vorher mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt abklären. Neigt man zu Schwindel, ist Baden nur zu empfehlen, wenn jemand in der Nähe weilt und bei Problemen behilflich sein kann. Wer in die Wanne darf, profitiert darin nicht nur von der Wärme. Mit den richtigen Zusätzen kann das warme Wasser noch viel mehr:

  • Erkältungsbad. Sobald sich das erste Frösteln, Halskratzen und Nasekribbeln bemerkbar macht, steigen viele erst einmal in ein Erkältungsbad. Ob Eukalyptusöl, Campher, Sternanisöl oder Thymian — die ätherischen Öle putzen die Atemwege frei und entspannen nebenbei die Muskeln. Das Bad sollte nicht wärmer sein als 32 bis 38° C und nicht länger dauern als 20 Minuten. Danach sind mindestens zwei Stunden Ruhen angesagt, denn ein Erkältungsbad ist anstrengend für den Organismus. Das ist auch der Grund, warum man bei Fieber und Husten besser darauf verzichtet. Beispiele für Erkältungsbäder sind Pinimenthol®Erkältungsbad, Kneipp® Erkältungsbad, Stas®Erkältungsbad und Tetesept®Erkältungsbad sowie Babix®Baby Thymianbad für Kinder.

Tipp: Erkältungsbäder sind aufgrund ihrer muskelentspannenden Wirkung auch bei Muskelkater hilfreich.

  • Rückfettende Bäder. Rückfettende Badezusätze sind Labsal für die trockene Haut. Sie enthalten Polidocanol, Tocopherol, Dexpanthenol oder andere rückfettende Emollentien. Beispiele sind Balneum®Hermal F, Neuroderm® Mandelölbad oder Descomed® Ölbad. Nach dem Bad den schützenden dünnen Fettfilm bitte nicht mit dem Handtuch wieder abrubbeln! Besser ist es, sich zum Trocknen in ein großes Badetuch oder einen Bademantel zu hüllen.
  • Juckreizstillende und entzündungshemmende Bäder. Diese Badezusätze werden beispielsweise als Sitzbäder bei analen Erkrankungen, bei kindlicher Windeldermatitis oder bei Hauterkrankungen mit starkem Juckreiz empfohlen. Zum Einsatz kommen Gerbstoffe (zum Beispiel in Tannolact®Badezusatz oder Delagil®Pulver), Kamillenextrakt (zum Beispiel Kamillin®extern von Robugen oder Kamillenölbad von Schupp) oder Bituminosulfat (zum Beispiel Ichtho®Bad). Kräftiges Trockenrubbeln ist auch nach diesen Bädern nicht zu empfehlen. Dies würde die gestresste (und gerade beruhigte) Haut erneut belasten und den Juckreiz wieder auf den Plan rufen.

Hinweis: Je wärmer die Badetemperatur, desto mehr Feuchtigkeit wird der Haut entzogen — was wiederum den Juckreiz begünstigt. Für juckreizstillende Bäder sind Temperaturn bis 36° C, für rückfettende bis 38°C empfehlenswert.

  • Salzbad. Bei trockener Haut, Schuppenflechte, Neurodermitis, Akne und Rheuma sind Salzbäder eine Wohltat. Der Salzgehalt des Wassers sollte bis zu 6% betragen, die Badetemperatur bei 36 bis 38°C liegen und die Badedauer 20 Minuten nicht überschreiten. Empfohlen werden zwei Bäder pro Woche. Für ein Vollbad von 80 bis 100 Litern wird etwa 1 kg Salz benötigt (zum Beispiel Dermasel Totes Meer Badesalz Pur oder Bad Reichenhaller Solebad 1 kg). Wer unter sehr trockener Haut leidet, kann dem Bad auch zusätzlich etwas Öl beifügen. Auch hier gilt: Nach dem Bad nicht trockenrubbeln, sondern einen Bademantel umlegen. So bleiben die feuchtigkeitsbindenden Salzkristalle länger auf der Haut.
  • Backpulverbad. Für Menschen mit Verhornungsstörungen (sogenannten Ichthyosen) ist das ein- bis zweimal tägliche Baden in Backpulver ideal. Benötigt werden dazu pro Bad einige Esslöffel Backpulver (NaHCO3). Nach dem Baden löst man vorsichtig die Schuppen ab, am besten mit einem Mikrofaserhandtuch. Darauf folgt die Pflege der Haut mit einer harnstoffhaltigen Lotion. Backpulver löst die Schuppen ähnlich effektiv wie ein Salzbad, aber mit einem Vorteil: Bei kleinen Verletzungen der gereizten Haut ist Backpulver weniger schmerzhaft als Salz.

Das Moor: Packung oder Bad?

Die für Kuraufenthalte typischen, stark wärmenden Ganzkörperpackungen mit Fango oder Moor lassen sich im heimischen Badezimmer nicht verwirklichen. Ein guter Ersatz sind Moorbäder, die sich zum Beispiel bei Wechseljahrsbeschwerden oder rheumatischen Beschwerden empfehlen. Beispiele sind Solum®Badezusatz, Moorlauge Bad von Schupp, Neyharting® Heilmoor Vitalbad oder Bademoor von Pharmafit. Die ideale Badetemperatur liegt bei 37 bis 38 °C, die Badedauer sollte etwa 10 bis 25 Minuten betragen. Nach einem Moorbad ist mindestens eine halbe Stunde lang zu ruhen. Nicht geeignet sind Moorbäder bei Fieber, unklaren Hauterkrankungen, Herzerkrankungen oder Bluthochdruck.

Bei schmerzenden Gelenken lässt sich Moor auch als Packung verwenden: Dazu füllt man Moor in einen Beutel aus sehr eng gewebtem Material, übergießt diesen mit 50 bis 60° heißem Wasser und legt ihn auf das schmerzende Gelenk. Möglich ist es auch, das Moor direkt auf das Gelenk zu streichen (etwa 2 bis 3 cm dick), dieses mit einer Frischhaltefolie zu umwickeln und bis zu einer halben Stunde einwirken zu lassen.

Besonders prickelnd: Das Strombad

Ein ganz besonderes Bad ist das Strombad, das gegen übermäßiges Schwitzen (Hyperhidrosis) zum Einsatz kommt. Bei diesem speziellen Bad, der sogenannten Leitungswasseriontophorese, werden Hände oder Füße in ein Wasserbad getaucht und daran kontinuierlicher oder gepulster Gleichstrom mit einer Stromstärke von 10 bis 30 mA angelegt. Der durch die Haut fließende (ungefährliche) Strom bewirkt, dass die Schweißdrüsen weniger Schweiß bilden, aber nicht geschädigt werden. Meist sind 4 bis 5 Sitzungen pro Woche über etwa 5 Wochen hinweg erforderlich. Die erste Verringerung des Schwitzens zeigt sich schon nach einer Woche.Die Iontophorese wird in vielen Arztpraxen angeboten, inzwischen gibt es auch Geräte, mit denen man sich selbst zu Hause behandeln kann.

Hinweis: Menschen mit Herzschrittmacher oder Metallimplantaten sowie Schwangere dürfen mit der Leitungswasseriontophorese nicht behandelt werden.

Quelle: Constanze Schäfer, 2017; DAZ 40; Seite 38

23.10.2020

Wettrennen gegen den Herzinfarkt

Immer noch versterben viele Patient*innen am Herzinfarkt, weil sie nicht rechtzeitig in die Klinik gebracht werden. Wer aber die Warnsignale bei sich und Anderen rechtzeitig erkennt, kann Leben retten.

Nicht zögern

Verschließt ein Gerinnsel ein Herzkranzgefäß, wird das Herz nicht mehr mit Sauerstoff versorgt. Innerhalb kurzer Zeit wird der Herzmuskel geschädigt. Herzrhythmusstörungen führen dann zum Herzstillstand. Helfen kann dann nur noch ein Notfallteam. „Fatalerweise zögern Betroffene bei einem Herzinfarkt immer noch zu lange, den Notruf 112 abzusetzen, damit ein Rettungswagen mit Notarzt kommt“ beklagt Thomas Voigtländer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Woran aber lässt sich ein Herzinfarkt erkennen?

Schmerzen nicht auf die leichte Schulter nehmen

Herzinfarktpatienten haben starke Schmerzen. Das Problem: Oft können Betroffene die Schmerzen nicht richtig zuordnen. Relativ gut gelingt das, wenn die Schmerzen im Brustkorb hinter dem Brustbein auftreten und mit einem Engegefühl einhergehen. Strahlen die Schmerzen aber in Rücken, Bauch, Hals und oder Arme aus, werden sie oft mit Magen- oder Rückenschmerzen verwechselt. Dabei sind diese „untypischen“ Schmerzen gar nicht selten und gerade im Alter und bei Frauen die einzigen Symptome. Zusätzliche Alarmzeichen sind Atemnot, Übelkeit, Erbrechen, Benommenheit, Schwitzen und Schwindel.

Auch in Zeiten von Corona den Notdienst rufen

Wer dann Hemmungen hat, die Rettung zu verständigen, sollte sich klarmachen: Je früher die Patient*in ins Krankenhaus kommt, desto größer sind die Überlebenschancen. Die erste Stunde nach dem Herzinfarkt, die sogenannte „Golden hour“, ist dabei entscheidend. „Je weniger Zeit zwischen Auftreten der ersten Symptome und dem Erreichen der Klinik mit dem Herzkatheterlabor verstreicht, wo das verstopfte Herzkranzgefäß vom Blutgerinnsel befreit wird, desto weniger Schaden erleidet der Herzmuskel“ betont Voigtländer.
Das gilt auch trotz steigernder Fallzahlen an Corona-Infizierten: Die rasche Versorgung von Herzinfarktpatienten ist lebensnotwendig und gesichert.

Quelle: Deutsche Herzstiftung

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23.10.2020

Wettrennen gegen den Herzinfarkt

Immer noch versterben viele Patient*innen am Herzinfarkt, weil sie nicht rechtzeitig in die Klinik gebracht werden. Wer aber die Warnsignale bei sich und Anderen rechtzeitig erkennt, kann Leben retten.

Nicht zögern

Verschließt ein Gerinnsel ein Herzkranzgefäß, wird das Herz nicht mehr mit Sauerstoff versorgt. Innerhalb kurzer Zeit wird der Herzmuskel geschädigt. Herzrhythmusstörungen führen dann zum Herzstillstand. Helfen kann dann nur noch ein Notfallteam. „Fatalerweise zögern Betroffene bei einem Herzinfarkt immer noch zu lange, den Notruf 112 abzusetzen, damit ein Rettungswagen mit Notarzt kommt“ beklagt Thomas Voigtländer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Woran aber lässt sich ein Herzinfarkt erkennen?

Schmerzen nicht auf die leichte Schulter nehmen

Herzinfarktpatienten haben starke Schmerzen. Das Problem: Oft können Betroffene die Schmerzen nicht richtig zuordnen. Relativ gut gelingt das, wenn die Schmerzen im Brustkorb hinter dem Brustbein auftreten und mit einem Engegefühl einhergehen. Strahlen die Schmerzen aber in Rücken, Bauch, Hals und oder Arme aus, werden sie oft mit Magen- oder Rückenschmerzen verwechselt. Dabei sind diese „untypischen“ Schmerzen gar nicht selten und gerade im Alter und bei Frauen die einzigen Symptome. Zusätzliche Alarmzeichen sind Atemnot, Übelkeit, Erbrechen, Benommenheit, Schwitzen und Schwindel.

Auch in Zeiten von Corona den Notdienst rufen

Wer dann Hemmungen hat, die Rettung zu verständigen, sollte sich klarmachen: Je früher die Patient*in ins Krankenhaus kommt, desto größer sind die Überlebenschancen. Die erste Stunde nach dem Herzinfarkt, die sogenannte „Golden hour“, ist dabei entscheidend. „Je weniger Zeit zwischen Auftreten der ersten Symptome und dem Erreichen der Klinik mit dem Herzkatheterlabor verstreicht, wo das verstopfte Herzkranzgefäß vom Blutgerinnsel befreit wird, desto weniger Schaden erleidet der Herzmuskel“ betont Voigtländer.
Das gilt auch trotz steigernder Fallzahlen an Corona-Infizierten: Die rasche Versorgung von Herzinfarktpatienten ist lebensnotwendig und gesichert.

Quelle: Deutsche Herzstiftung

22.10.2020

Grippe oder Covid-19 beim Kind?

Wenn Kinder in der feuchtkalten Jahreszeit unter Fieber und Husten leiden, kann eine bloße Erkältung, aber auch die Grippe oder Covid-19 dahinterstecken. Lässt sich das anhand der Beschwerden unterscheiden, und, vor allem, wann muss man eine Arztpraxis kontaktieren?... [ mehr lesen ]

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22.10.2020

Grippe oder Covid-19 beim Kind?

Wenn Kinder in der feuchtkalten Jahreszeit unter Fieber und Husten leiden, kann eine bloße Erkältung, aber auch die Grippe oder Covid-19 dahinterstecken. Lässt sich das anhand der Beschwerden unterscheiden, und, vor allem, wann muss man eine Arztpraxis kontaktieren?

Quarantäne oder nicht?

Ob sich bei Kindern die frühe SARS-CoV-2-Infektion von einer Grippe unterscheiden lässt, ist eine wichtige Frage: Immerhin sind im Falle eines Covid-19-Verdachts ein Test und Quarantäne angezeigt. Amerikanische Forscher*innen verglichen nun die Beschwerden von 315 Covid-19-Kindern mit denen von 1402 Kindern, die unter einer saisonalen Grippe litten.

Die schwerwiegenden Folgen der beiden Infektionen unterschieden sich in dieser Untersuchung wenig, berichten die Forscher. So waren sowohl die Zahlen für Krankenhauseinweisungen, Aufnahmen auf die Intensivstation und erforderlichen Beatmungen vergleichbar.

Covid-19: Häufiger Fieber und Husten

Auch die frühen Beschwerden von Covid-19 und Grippe ähneln sich recht stark. Allerdings litten die Kinder bei Covid-19 häufiger unter Fieber, Husten, Durchfall, Erbrechen sowie Kopf-, Muskel- oder Brustschmerzen als bei der saisonalen Grippe. Halsschmerzen und Atemnot traten bei beiden Infektionskrankheiten etwa gleich häufig auf.

Wann ärztlichen Rat suchen?

Arzt oder Ärztin anrufen sollte man, wenn das Kind Fieber, Husten, Halsschmerzen oder Probleme beim Atmen, Essen oder Schlafen hat. Je nach lokaler Infektionslage sollten die kleinen Patienten dann sowohl auf Grippe als auch auf Covid-19 getestet werden.

Zwar verläuft Covid-19 bei Kindern oft milder als bei Erwachsenen. Trotzdem darf nicht vergessen werden, dass es auch bei den Kleinen schon schwere Covid-19-Erkrankungen und Todesfälle gegeben hat, warnen die amerikanischen Forscher*innen. Auch die Grippe kann Kindern schwer zusetzen. Sie raten deshalb Eltern, fieberhafte Erkrankungen ihrer Kinder nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und lieber einmal zu oft als einmal zu wenig die Kinderärzt*in anzurufen.

Quelle: kinderäzte-im-netz.de